Mitte 2009 wurde der "Dortmunder Appell für eine Wende in der Zucht zum Wohle der Hunde" ins Leben gerufen. Es war und ist ein Appell an die Menschen, die Züchter, Funktionäre, Veterinäre, Amtsträger, Gesetzgeber und ebenso an die Hundehalter, das Wohl der Hunde mehr zu beachten.

Über lange Jahre hinweg war verpönt, über Missstände in der Rassehundezucht zu sprechen. Als "Nestbeschmutzer" oder "Verräter an der eigenen Rasse" wurden (und werden) oft genug Stimmen gemobbt, die auf Übertreibungen, Show-Zucht, Inzucht oder Erbkrankheiten hingewiesen und eine Wende in der Zucht angemahnt hatten. Mit dem Dortmunder Appell sollte die Notwendigkeit einer Wende in der Hundezucht in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

Wir denken, dass dieses Ziel erreicht werden konnte.

In etlichen Hundezeitschriften und anderen Medien werden heute Qualzucht und Versäumnisse der Rassehundezucht thematisiert. Der Leipziger Tierärztekongress machte es Anfang 2012 gar zum Thema seiner Auftaktveranstaltung. Gut 5000 Menschen haben den Dortmunder Appell unterzeichnet, die meisten öffentlich. Darunter zahlreiche Züchter, Veterinäre, Funktionsträger von Vereinen und Verbänden rund um den Hund aber auch der Tierärzteschaft sowie die Vertreterinnen zweier Fraktionen des deutschen Bundestages.

Es kann heute von niemandem mehr ernsthaft in der Öffentlichkeit bestritten werden, dass es grundlegenden Handlungsbedarf in der Hundezucht gibt. Das ist auch ein Erfolg von 2 Jahren Dortmunder Appell. Diese Öffentlichkeit ist ein erster wichtiger und notwendiger Schritt, aber sie ist nur ein erster Schritt auf einem langen Weg. Im Dortmunder Appell heißt es: "Wir appellieren an die Verantwortlichen in den Zuchtvereinen und -verbänden, an die Züchter wie auch an die Hundehalter und Behörden, sich für eine nachhaltige Wende in der Zucht zugunsten des Wohles und der Gesundheit unserer Hunde einzusetzen!"

Der Appell ist angekommen. Jetzt gilt es zur Tat zu schreiten.

Dortmund im Februar 2012